Mit dem Abflug des Vorausteams,
bestehend aus Wilfried Studer, Kurt Kobler und mir am
10.12.2004 begann die letzte Phase der Vorbereitungen
der Höhenweltrekordfahrt für Kraftfahrzeuge.
Wilfried und Kurt nahmen den Flug über Buenos Aires,
während ich mit Zwischenstopps in Rio de Janeiro
und Sao Paulo anreiste. Fast gleichzeitig erreichten
wir jedoch am 11.12.2004 gegen Mittag Santiago de Chile.
Da wir an diesem Samstag
und dem folgenden Sonntag wegen geschlossener Behörden
und Geschäfte fast nichts Organisatorisches erledigen
konnten, entschlossen wir uns bis Sonntag Abend in Santiago
zu bleiben und den wirklich gewöhnungsbedürftigen
chilenischen Weihnachtsrummel bei +35°C im Schatten
und brennender Sonne zu erleben. Eine gänzlich
andere Weihnachtswelt.
Gegen 21.00 Uhr am 12.12.2004
bestiegen wir dann eines der wohl bequemsten Reisemittel
Chiles, einen Salon Cama. So bezeichnet wird hier in
Chile ein Reisebus mit Steward und ca. 20 unglaublich
breiten Einzelsitzen, die zu regelrechten Schlafliegen
umgewandelt werden können. Ausgeruht, entspannt
und gestärkt (Abendessen, Getränke und Frühstück
sind im Reisepreis von rund 15€ enthalten!) erreichten
wir dann am Morgen des 13.12. 2004 die von Santiago
d.C. rund 800km entfernt im Norden gelegene Wüstenstadt
Copiapo, die auch der spätere Ausgangspunkt der
Weltrekordfahrt sein wird.
Direkt nach unserer Ankunft
kümmerten wir uns zunächst außer um
ein Hotel um alle erforderlichen Genehmigungen und die
Fahrzeuge. Beides hatten wir recht schnell organisiert.
Dank Wilfrieds Spanischkenntnissen und seinem Charme
erhielten wir die Permits innerhalb von
nur 2 Tagen. Während wir auf diese warteten, organisierte
unser kleines Team die Begleitfahrzeuge. Da ich mich
entschieden hatte Toyota Fahrzeuge einzusetzen, mietete
ich 3 Toyota Hilux 4x4 an. Zusätzlich hatte ich
mit dem Tag meiner Abreise aus Deutschland das Rekordfahrzeug
per Container auf die Reise nach Chile geschickt.
Nachdem wir am 14.12.2004
Verpflegung eingekauft und die Permits erhalten hatten,
brachen wir noch am Nachmittag mit einem der PickUps
in Richtung Ojos del Salado auf. Um uns zu akklimatisieren,
verbrachten wir die drei anschließenden Tage und
Nächte bei starkem Wind an ausgesuchten Plätzen
(Laguna Santa Rosa und Laguna Verde) auf 3800m und 4400m
in unseren Zelten. Besonders die Laguna Verde ist ein
unwirklicher Ort. Mitten in einer der trostlosesten
und trockensten Wüste dieser Erde liegt ein in
allen erdenklichen Blautönen schimmernder großer
Salzsee, an dessen Südufer heiße Salzwasserquelle
zum Baden einladen. Da es in seiner Umgebung keinerlei
Süßwasser gibt, fehlen auch jegliche Pflanzen
oder Tiere. Lediglich zwei vertrocknete Eselskelette,
ein einsamer Flamingo, sowie eine 4er Gruppe chilenischer
Bergsteiger befanden sich in unserer Gesellschaft.
Kurt und Wilfried sind
als weit gereiste und erfahrene Höhenbergsteiger
und Abenteurer natürlich voreingestellt.
Für mich war diese erste Zeit jedoch schwierig
und das, obwohl es nur um 4400m (aber eben doch höher
als fast alle Alpengipfel!) ging. Mit langen Wanderungen
versuchte ich meinen Körper an die Arbeiten der
kommenden Tage zu gewöhnen.
Schon jetzt zeigt sich, wie wertvoll das
Tough Book CF29 von Panasonic für unsere Expedition
ist. Tatsächlich stellen Rüttelpisten, jede
Menge feinster Sandstaub und Temperaturen von +40°C
und ca. -10°C kein Problem dar. Ich kann außer
dem Routing zu jeder Zeit per Email (Anschluß
an Iridium Telefon und SkyfileMail) mit allen Kontakt
halten, wichtige Informationen austauschen und Daten
bzgl. meines Firmenablaufs erhalten. Das ist eine große
Hilfe.