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Am
Morgen des 24.12. brachen wir mit einem Linienbus!! von Santiago/Chile
nach Argentinien auf. Eine rund 7stündige Fahrt, die uns einmal durch
die gesamte Breite der Anden führte. Unnachgiebig aus den Felsen
geschlagen, schlängelt sich die Straße durch Schluchten und
grobe Felstunnel, vorbei an abenteuerlich verlegten Eisenbahnschienen
und Ruinendörfern bis nach Mendoza, unserem Zielort. Nach der Erledigung
aller weiteren Arbeiten für den Höhenweltrekord noch am gleichen
Tag verbrachten wir hier typisch argentinisch die Weihnachtsfeiertage.
Mit Gottesdienst in der Basilika, anschließender Weihnachtsfeier
in einem riesigen Restaurant (ca. 400 Erwachsene und Kinder feierten hier
nach einem guten Abendessen erst um 24.00 Uhr mit Feuerwerk und allgemeiner
Umarmung, sowie Bescherung der Kinder Weihnachten) und Alleinunterhalter/
Karaoke bis rund 03.00 Uhr nachts. Am 25.12. nachmittags erreichten fünf
Freunde von Wilfried ebenfalls Mendoza. Zusammen mit eben diesen fünf,
Herbert Klocker, Reinhard Bösch, Alfred Florian, Reinhard Thoma und
Sigfried Martuschkowitz verbrachten wir den anschließenden 2. Weihnachtsfeiertag
und fuhren dann gemeinsam am Montag, den 27.12. zurück in die Anden
auf rund 2600m nach Los Penintentes. Aber warum war ich überhaupt
nach Argentinien gekommen?
Außer, dass ich noch Formalitäten und Gespräche zu führen
hatte, hatten wir nochmals festgestellt, dass die kommenden Tage und die
Arbeiten rund um den Höhenweltrekord am Ojos del Salado äußerst
anstrengend werden würden, und man dazu nur mit einer ausgezeichneten
Akklimatisation im Stande sein würde. Wilfried hatte empfohlen, meine
Höhenakklimatisation so gut wie möglich auszubauen. Also entschloss
ich mich ihn und seine Freunde zwischen den Jahren auf den höchsten
Berg Amerikas, den Aconcagua (6960 m) zu begleiten. Los Penintentes (ein
äußerst einfacher argentinischer Winterskiort kurz vor der
chilenischen Grenze) wurde deshalb für uns zum Ausgangspunkt der
Besteigung des höchsten amerikanischen Berges. Wir verbrachten noch
die Nacht auf den 28.ten in dem kleinen jetzt praktisch unbewohnten Winterskiort
(lediglich ein Hotel hatte für die Bergsteiger geöffnet) und
starteten am Dienstagmittag unsere auf ca. 12 Tage angelegte Wanderung.
Zunächst ging es in einer ersten Etappe in das ca. 10 km von der
Nationalparkgrenze (das gesamte Gebiet rund um den Aconcagua ist ein riesiger
Nationalpark mit rund 710 km² Ausmaß) entfernte Zwischenlager
Confluencia. Gelegen auf 3300m erwartete es uns nach rund 2 1/2 stündiger
Wanderung mit Schneefall und starkem Wind. Nach einem zünftigen Abendessen
schliefen wir alle zusammen in einem Verpflegungszelt, da wir, um Rucksackgewicht
zu sparen, unsere Zelte und weitere schwere Ausrüstung mit Mullas
(Mischung aus Esel und Pferd und ihren Reitern den Gauchos) ins Basislager
Plaza de Mullas auf 4400m geschickt hatten (wieder einmal unglaublich
was das CF29 von Panasonic alles aushält; während ich das Iridium-
Telefon im Rucksack hatte, lies ich das Toughbook auf dem Rücken
eines Mullas durch den Staub ins Basislager transportieren). Dies sollte
uns auf der anschließenden Etappe noch sehr hilfreich sein. Dieses
zweite, schwere Teilstück am 29.12.2004 sah einen Wanderabschnitt
von 30 km und die Überwindung von ca. 1000 Höhenmeter bis eben
ins Basislager des Aconcagua, dem so genannten Plaza de Mullas vor. Wir
brachen gegen 8.45 Uhr auf und durchliefen ein schier endloses Tal mit
unzähligen Auf- und Abstiegen, Bachquerungen und Ebenen bis zum Horizont.
Mit jedem Kilometer schien mein Rucksack schwerer und der Wasserbedarf
größer zu werden. Da jedes Kilo zählt, hatten wir aber
max. 1 Liter Wasser pro Person dabei. Gingen mir anfangs noch konstruktive
Gedanken durch den Kopf, wechselte dies bald in eine reine Laufautomation
mit Anweisung. Nur durchhalten hieß die Parole. Zusätzlich
machte mir eine große offene Blase an der linken Ferse stark zu
schaffen. Nach rund 7-stündiger, sehr anstrengender Wanderung mit
vor allem am Ende Kräfte raubenden Steilanstiegen erreichten wir
recht erschöpft das ersehnte Basislager auf 4400m. Auch in Anbetracht
meiner Ferse war ich über den heutigen Ruhetag sehr froh. Je nach
Wetterlage werden wir nun entscheiden, den beginnenden 3-4 tägigen
Aufstieg zum Gipfel zu starten.
Ich
wünsche euch allen vom Basislager des Aconcagua aus einen guten Jahreswechsel
und einen tollen Start ins neue, hoffentlich für uns alle gute Jahr
2005.
Euer
Matthias
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