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Berichterstattung
1. Fahrt

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Nachdem ich gestern noch Skat spielen lernen musste und wir eine wesentlich bessere Nacht verbracht hatten (Roland und Jochen träumten sowieso süß, da sie fast jedes Spiel gewannen) brachen wir nach dem Frühstück um 10.00 Uhr zusammen mit einem Ranger zum Ojos auf. Dort (auf der Refugio Atacama / untere Hütte auf 5200m) trafen wir dann wie verabredet um 11.00 Uhr unsere Begleiter. Gemeinsam fuhren wir weiter Richtung obere Hütte, der Refugio Techos. Es ging entgegen unseren Befürchtungen recht problemlos. Zwar lag viel Schnee auf dem Track, aber er war zu überwinden. Wir ließen die Hütte links liegen und fuhren mit dem Hilux (beladen mit 5 Personen und Equipment!) noch weiter bis auf 5940m, direkt vor einen Felsriegel. Nun standen wir genau vor dem Einstieg unserer im Dezember ursprünglich festgelegten Rekordroute, die wir jedoch damals wegen des vorhandenen Schnees nicht fahren konnten.
Hier gab es heute deutliche Reifenspuren zu erkennen. Sie stammten laut Aussage des uns begleitenden Rangers von dem Volkswagenteam und ihrem Touareg. Sie hatten offenbar ebenfalls vorgehabt diese Route zu fahren und dies einige Zeit nach uns auch umgesetzt (durch die massive Sonneneinstrahlung und den starken Wind schwinden Schneefelder hier oben teilweise innerhalb von Tagen).

Da wir ja feststellen wollten, was denn bei der Touareg Expedition wirklich geschehen war (Infos vom VW Team waren praktisch nicht zu bekommen oder widersprüchlich) machten wir uns auf, die VW Fahr- oder besser Winchspuren bis zum höchsten von ihnen erreichten Punkt zu finden, was uns auch gelang, denn unmissverständlich prangt an diesem Punkt ein von VW angebrachtes Schild! Nach unseren Informationen erreichten die Männer um R. Zietlow und R. Bormann, unter ständiger Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff und fast auschließlich per Seilwinde (ab ca. 5950m) nach sechs oder sieben Tagen Arbeit (alle Angaben beziehen sich auf die Aussagen der beiden chilenischen Helfer die das VW Team unterstützten) mit ihrem Touareg tatsächlich eine Höhe von 6080m. Laut Aussage eines der chilenischen Helfers, gab das Team an der erreichten Stelle wegen eines Reifenschaden auf.

Egal mit welchen Hilfsmitteln sie es erreicht haben, für ihr Ziel haben auch diese Männer gekämpft und deshalb drücke ich dem VW Team an dieser Stelle ausdrücklich meine Anerkennung für ihre Leistung aus.

Soweit so gut. Die Angelegenheit „VW“ ist damit für uns geklärt. Warum sich das Touareg Team allerdings Tage und Wochen lang nicht erklärte, wird wohl ihr Geheimnis bleiben (lange Zeit gab es gar keine Infos, dann wurden die wegen der angeblichen Rekordfahrt angesetzten Pressekonferenzen abgesagt und oder verschoben, auf der Touareg Rekordseite ist bis heute (mein Stand Mittwoch, 02.03.2005) noch keine einziger Tagesbericht zu lesen, obwohl „live Berichterstattung"
angekündigt wurde usw.)

Egal, nun wieder zu uns.
Nach der „Fährtensuche“ prüften wir nochmals unsere Dezember Route und stiegen anschließend zur Refugio Atacama ab, von wo aus wir zurück ins Camp/ Laguna Verde fuhren. Unser ausdrücklich erklärtes Ziel ist es, den Höhenweltrekord für Kraftfahrzeuge ein zweites Mal für uns und Toyota zu holen. Sicherlich sind beide Rekordversuche (Volkswagen und Team
Jeschke/Toyota) nicht vergleichbar. Wir werden wie auch schon beim ersten Mal definitiv auf die Verwendung von Sauerstoff verzichten und sehen darin die eigentliche Herausforderung, das eigentliche Abenteuer im Zusammenspiel Mensch und Maschine!
Es war ein anstrengender aber erfolgreicher Tag.

© MatthiasJeschke.com
Das Leben ist zu kurz, um es nicht zu genießen!

last update 2 November, 2005