Was für ein
Tag, was für ein Auto, was für Reifen -
zusammen mit dem unglaublichsten Team der Welt, einfach
gigantisch!
Es war ein mehr als erfolgreicher Tag,
ein Auto in absoluter Hochform, Reifen die alles, aber
auch alles ertrugen und ein Team das Hand in Hand den
zunächst zweiten Erfolg für Toyota erkämpfte.
Es ist 06.00 Uhr am Morgen. Unerbittlich klingeln die
Handys und beenden unsere erste durchgeschlafene Nacht.
Warum so früh? Wir hatten uns am späten Abend
des 01.03.2005 entschlossen, unsere zweite Weltrekordfahrt
entgegen der vorgesehenen Planung doch schon heute (ursprüngliche
Samstag) zu starten. Es hatte gestern einfach alles
(außer den brutalen Kopfschmerzen und dem Schwindel
am Nachmittag) gepasst. Zusätzlich waren die Wettervorhersagen
für die kommenden 2 Tage äußerst positiv,
das Rekordauto einsatzfertig und wir heiß auf
den neuen Rekord.
Nachdem wir uns "einsatzfertig"
gemacht (Kleidung über Kleidung über Kleidung)
und gefrühstückt hatten, starteten wir gemeinsam
mit dem ersten unserer chilenischen Helfer und unseren
Fahrzeugen (Toyota Landcruiser 90 V6 und Toyota Hilux)
zunächst zur unteren Hütte Refugio Atacama
am Ojos. Hier holten wir unseren zweiten chilenischen
Begleiter ab und fuhren zum Einstieg unserer neuen Rekordroute.
Mittlerweile war es 10.00 Uhr und das Wetter bei fast
vollständiger Windstille wie vorhergesagt perfekt.
Temperaturen um -10°C bescherten uns einen oberflächlich
gefrorenen Boden und sorgten für ideale Rekordbedingungen.
Was dann in den nächsten fünf Stunden geschah,
war wie eine Belohnung für alle vorangegangenen
Strapazen, Entbehrungen und Einsätze. Hatten wir
im Januar noch über 10 Stunden für 210 (233)
Höhenmeter mit Schnee und Eis gekämpft, überfuhr
ich nun (das restliche Team musste leider laufen - welche
super Leistung besonders für Roland und Jochen
nach so kurzer Akklimatisationszeit) innerhalb von nur
zwei Stunden, also gegen 12.00 Uhr mit dem Rekord- Landcruiser
die Höhenmarke von 6080m. Wenn ich rückblickend
überlege, welche Passagen ich dabei mit dem Wagen
überwand ohne die Seilwinde einzusetzen, kann ich
nur den Hut vor den Entwicklungschefs von Toyota und
GoodYear ziehen. Lediglich an zwei Stellen a) auf 5976m
und b) auf 6010m setzten wir die überaus starke
und schnelle Warn Winde 9500i von Taubenreuther zur
Unterstützung der fahrzeugeigenen Antriebskräfte
ein (bedeutet: wir sicherten das Fahrzeug an einer angefahrenen
Stelle und unterstützten durch Seilwindeneinsatz
die Einleitung des jeweils neuen Anfahrvorgangs). Der
Wagen fuhr so perfekt, als ginge es um sein letztes
Rennen (ganz unrecht hätte er, wenn er mich hätte
verstehen können - konnte er vielleicht?? - nicht
gehabt, werden wir den Landcruiser V6 doch in der Zukunft
fast ausschließlich für Ausstellungs- und
Promotionszwecke einsetzen), und die Reifen (GoodYear
MT/R) vollbrachten schon im unteren Drittel dieser Rekordfahrt
Traktionsleistungen, die wahrscheinlich kein anderer
Reifen hätte erbringen können. Dies besonders
auch deshalb, weil wir schon die härteste Rallye
Europas, die Rallye Berlin - Breslau 2004!! exakt mit
diesem Reifensatz gefahren waren!!
Nach weiteren knapp 2 ½ Stunden
Anstrengung erreichten wir um 14.30 Uhr völlig
ohne den Einsatz von Hilfsmitteln (die Muskelkraft von
allen Teammitgliedern zur Anfertigung einer 2 Meter
hohen Steinrampe zur Überwindung eines Felsbruchs
mal ausgenommen - brutaler geht es in diesen Höhen
nicht) und ohne die Verwendung von Sauerstoff, eine
neue, dokumentierte und nach den Vorgaben von Guinness
World Records bezeugte Rekordhöhe für PKW
von 6122m! Unser zweiter Höhenweltrekord für
PKW ohne Sauerstoff und der Gewinn eines Wettkampfes!
Auch wenn es euch als Werbung erscheinen
mag (eigentlich spricht die Leistung der Reifen für
sich selbst, ich möchte es nur kund tun, weil Reifen
eine unglaublich wichtige Größe bei allen
verrückten Unternehmungen sind), kann ich hier
nur nochmals die Leistungsfähigkeit des GoodYear
MT/R hervorheben. Er hat uns wieder einmal völlig
überzeugt. Mit 0.9 bar Luftduck in 6000m, entspricht
etwa 0.6 bar in normal Null, kletterten wir mit oftmals
völlig "plattgequetschten" Pneus über
steile, scharfkantige Felsen, fuhren über Büßereis,
das vielfach scharf wie Messerschneiden ist und querten
Schneefelder etc. zum Rekord.
Wars das nun?
Nein! Es geht weiter.
Nachdem wir diese Höhe erreicht und
dokumentiert hatten (mittlerweile ging es uns allen
auf Grund des fehlenden Sauerstoffs ziemlich sche.......>
schlecht) "parkten" wir den Landcruiser auf
6117m (möglicherweise der höchste nachweisbar
kostenpflichtig angefahrene Parkplatz der Welt - wäre
auch `ne Idee für den Eintrag ins Guinness Buch
der Rekorde!) und begannen mit dem Abstieg per pedes
zum Hilux. Dort angekommen brachen wir sofort zur Laguna
Verde auf. Wir entschieden uns noch während der
Rückfahrt zum Camp, die heutige Nacht wegen unsere
körperlichen Verfassung nicht dort, sondern in
Copiapo zu verbringen und fuhren nach kurzem Zwischenstopp
an den Quellen des Salzsees mit dem Hilux weiter ins
4 Stunden entfernte Bergbaustädtchen.
Hier sind wir nun und freuen uns auf einen
Tag der Erholung.
Vielen Dank an euch alle, die uns in Gedanken
unterstützen und uns die Daumen für die Fortsetzung
unserer Höhenweltrekordfahrt drücken. Hofft
mit uns, dass wir es schaffen, euch und allen anderen,
die unser Abenteuer unterstützen bzw. verfolgen
in den nächsten Tagen von weiteren Erfolgen berichten
können!
Euer Weltrekordteam